REBBAU und WEINKELLEREI
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Vom Spitöler und vom Forst

Als im 10. Jahrhundert der germanische Stamm der Alemannen den Weinstock in unsere Gegend brachte, waren es kaum die einheimischen Bürger, die sich dieser Köstlichkeit erfreuen konnten. Vielmehr erwarben im 12. Jahrhundert adelige Herren, Bürger der Stadt St.Gallen sowie die Klöster und Spitäler die besten Güter und Weingärten im Rheintal. Zu diesen gehörte der südlich von Altstätten in östlicher Richtung verlaufende Höhenzug "Forst". Hier standen vermutlich auch die ersten Reben im Rheintal.

 

Unter der Bezeichnung Spitöler geht einer der wohl traditionsreichsten Weine des Rheintals hervor. "Was der liebe Gott in den Weinreben wird wachsen lassen, soll zur Hälfte dem Spital, zur Hälfte dem Lehensmann zukommen", heisst es in einem Lehensbrief des St. Galler Heiliggeistspitals von 1741. Rund 150 Jahre später, unter Besitz der Bürgergemeinde St.Gallen, wollte das Weingeschäft des Spitalamtes nicht mehr so recht florieren. Es litt zum einen unter der Konkurrenz der bekömmlicheren Tiroler Weine, zum anderen hatte der falsche Mehltau verheerende Schäden in den Kulturen angerichtet. Man entschloss sich, den Rebbau aufzugeben. Dies zu einer Zeit, als das gesamte Altstätter Rebgebiet rund 140 Hektaren umfasste und jeder zweite Bürger mit dem Rebbau verbunden war.

 

So gelangten 184 Rheintaler Parzellen zum Verkauf. 1910 diejenigen am Rebhang oberhalb des Altstätter Bürgerheims. Sie gingen in den Besitz unseres Firmengründers über. Als erstes Eigenanbaugebiet fristete es jedoch noch längere Zeit ein Schattendasein, bis zum Entschluss, den alten Stickelbau in eine moderne Drahtanlage umzubauen und mit neuen Blauburgunder Reben zu bestocken. Der "neue" doch traditionsreiche Spitöler erfüllt nun alle Erwartungen. Der leichte Nagelfluhboden verleiht ihm eine elegante Art und zeichnet ihn unter den Rheintaler Weinen durch seine ansprechende Eigenart aus. Durch traditionelle Kelterung wirkt dieser kräftige Rotwein dennoch harmonisch und weich im Gaumen. So geniesst ein grosser, geschichtsträchtiger Wein wieder einen herausragenden Ruf. In der Verlängerung der Hügelkette wächst ein weiterer edler und nicht weniger geschichtsträchtiger Tropfen: Der Altstätter Forstwein. Seit Jahrhunderten werden unterhalb der Forstkapelle Blauburgunder Trauben kultiviert und von den Ortsbürgern zu Altstätten gehegt und gepflegt.

 

 

      Die Trauben wachsen auf einer Anbaufläche von rund zwei Hektaren an sonnigem Südhang auf leichtem, humusartigem, nagelfluhdurchzogenem Boden. Alljährlich wird das Traubengut gepresst und uns als Most zum weiteren Ausbau, zur traditionellen Kelterung im Eichenfass anvertraut.       Bis 1979 wurde das Traubengut im rund 500 Jahre alten Torkel auf der Kuppe des Rebhügels gepresst. Diese Baumpresse gilt als grösste und eindruckvollste der Ostschweiz. Der Forstwein, ein gehaltvoller Rheintaler mit typischem Blauburgunder-Bouquet, zeigt sich kräftig, charaktervoll und harmonisch.