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Seit der Mensch sein beschwerliches Nomadenleben zugunsten des standorttreuen Kulturanbaues aufgegeben hat, sind ihm auf Schritt und Tritt all jene Kreaturen gefolgt, die auch ohne Fleiss ihren Preis haben wollen. Und ein Rebberg voller süsser Trauben und frischer Triebe ist für solche Gäste wahrlich ein reich gedeckter Tisch. Der Kampf um Mein und Dein im Rebberg ist so alt wie seine Geschichte. Doch wer der Natur den Kampf ansagt, darf sich nicht wundern, in ihr einen hartnäckigen Gegner gefunden zu haben. Die Uberlebensstrategie der Arten ist nämlich ein ständiges Wetteifern, um mit veränderten Situationen fertig zu werden. Wollte der Rebbauer den Schaden in Grenzen halten, war er gefordert, zu immer raffinierteren Bekämpfungsmethoden zu greifen. Fazit: Aus dem ehemals vielfältigen Lebensraum Rebberg wurde unter dem Einsatz aller verfügbaren Mittel eine offenbödige Monokultur. Der Kampf schien vorerst gewonnen. Doch wer sich nun als Schädling unter solch unwirtlichen Bedingungen immer noch breit machen konnte, hatte in Ermangelung natürlicher Feinde ein leichtes Spiel. Ungestört frevelten die Schmarotzer, und der Rebbauer war einmal mehr gezwungen einzugreifen. Es war an der Zeit, sich über die Schädlingsbekämpfung im Rebberg neue Gedanken zu machen. Sich zu erinnern, dass auch dieses Anbaugebiet eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren beherbergen könnte. Nützlinge wie Schädlinge, die in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit für eine gewisse Stabilisierung in diesem Lebensraum besorgt wären. Wollte man dies erreichen, galt es, dieses Gleichgewicht möglichst wenig zu stören. Nützlinge zu schützen, die ihrerseits die Schädlinge im Rebberg klein halten. Erreicht wird dies mit einem möglichst vielfältigen und natürlichen Unterwuchs als Lebensraum. Nicht zuletzt wird durch die natürliche Begrünung eine deutliche Bodenverbesserung und -erhaltung erreicht. Die Auswaschung von Nährstoffen wird verhindert und die Erosion des Bodens vermindert. In diesem naturnahen Rebbau kann der ehemals langfristige Einsatz chemischer Mittel sukzessive abgebaut werden. So spricht man heute von integrierter Produktion und meint damit ökologisch angepasste Methoden, die ein natürliches und gesundes Heranwachsen der Rebstöcke und Trauben ermöglichen. Wir sind stolz darauf, diese Zielsetzung in unserer Produktion immer mehr berücksichtigen zu können.